Wie Trumps Energieminister die EU zur Freigabe von Dieselreserven drängt

POLITICO hatte bereits am Dienstag berichtet, dass das Weiße Haus erwägt, die EU zu bitten, ihre Dieselreserven einzusetzen, um die weltweite Versorgung zu stärken und damit die Preise zu senken. Die Vereinigten Staaten hätten Berlin in dieser Angelegenheit bereits kontaktiert, hieß es am Donnerstag aus deutschen Regierungskreisen.

Die Bundesrepublik ist jedoch nur einer von mehreren EU-Staaten, an den sich die USA gewandt haben, heißt es von einer Person, die mit den Plänen der Trump-Regierung vertraut ist. So berichtet ein hochrangiger europäischer, für Energie zuständiger Regierungsbeamter eines großen EU-Landes, sein Land sei vergangene Woche bilateral in den USA angesprochen worden.

„Es war sehr hypothetisch: ‚Was halten Sie davon, wenn Europa einen Teil seiner Reserven freigibt, um die Preise zu senken und Druck auf das Angebot auszuüben?‘“, beschrieb der Beamte die Gespräche. Das könne auch dabei helfen, die Diskussion über ein Diesel-Exportverbot nicht weiterzuführen, soll es aus der US-Regierung geheißen haben. „Ich antwortete, das könnte die transatlantischen Beziehungen sehr belasten.“

Auch die britische Regierung befinde sich in „nach vorne gerichteten und offenen Gesprächen“ mit den USA, sagte ein Regierungsbeamter aus Großbritannien auf die Frage hin, ob sein Land ebenfalls angehalten worden sei, seine Dieselreserve anzuzapfen oder von einem Exportverbot betroffen zu sein.

US-Energieminister Wright lehnt – ebenso wie die US-amerikanische Öl- und Gasindustrie – ein Exportverbot für US-Diesel ab. Sein Vorschlag, dass EU-Länder Diesel aus ihren Reserven ausschütten, wird als Versuch gewertet, eine Alternative zu einem Exportstopp zu finden.

Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag wollte eine EU-Kommissionssprecherin nicht bestätigen, ob die EU Wrights Anfrage erhalten habe. Sie erklärte jedoch, dass mögliche Freigaben von Lagerbeständen ausschließlich – und wie bereits im Sommer – über die Internationale Energieagentur (IEA) vereinbart würden. Die Kommission stehe in engem Kontakt mit den EU-Mitgliedstaaten und Washington, so die Sprecherin.

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